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Publikationen: Die UZH im Bann von Open Access

Die Hauptbibliothek der Universität Zürich richtet in den kommenden Tagen die Open-Access-Tage aus. Die seit 2007 jährlich stattfindende Fachkonferenz findet zum ersten Mal in der Schweiz statt. Gegen 300 Teilnehmende werden erwartet. 

KommentarKommentare

Stefan Stöcklin

Fuhrer

Die Universität Zürich fördert den
freien und kostenlosen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen und hat 2005
als eine der ersten Hochschulen eine Open-Access-Strategie definiert. Es ist
somit kein Zufall, dass die diesjährigen «Open-Access-Tage» an der UZH
stattfinden. Zum neunten Mal treffen sich Angehörige von Akademien, Bibliotheken,
Forschungsförderungsinstitutionen, Hochschulen und wissenschaftlichen Verlagen
am 8. und 9. September zum traditionellen Symposium im Hauptgebäude der UZH. Die
Veranstaltung deckt den deutschsprachigen Raum ab und findet erstmals in der
Schweiz statt. Letzter Veranstaltungsort war Köln.

Was dürfen Publikationen kosten?

Diskussionsthemen für die
diesjährigen Open-Access-Tage gibt es zur Genüge: Publikationskosten, Urheberrechte,
freie Forschungsdaten, Zweitveröffentlichungen oder neue
Publikationsplattformen sind nur einige der Themen, die an der zweitägigen
Konferenz diskutiert werden. «Open Access hat das Publikationswesen in Bewegung
gebracht», sagt Christian Fuhrer, Leiter des Open-Access-Teams der Hauptbibliothek
und Mitorganisator der Konferenz. «Der Diskussionsbedarf ist gross, wie die
Konferenzbeiträge zeigen.»

Ein wichtiges Thema betrifft zum
Beispiel die Kosten. Damit wissenschaftliche Publikationen allen Interessierten
auf dem Internet kostenlos zur Verfügung gestellt werden können, müssen die
Autoren den Open-Access-Journalen in der Regel eine Gebühr bezahlen. «Hier
stellen sich Fragen der Kostentransparenz und der effizienten Administration»,
sagt Bibliothekar Christian Fuhrer.

Verhinderung schlechter Forschung

Ein weiterer Diskussionspunkt betrifft
Forschungsdaten. Wie umfassend müssen Forschungsdaten mitpubliziert werden, und
dürfen Rohdaten weiter verwendet werden? Damit im Zusammenhang steht auch ein
Beitrag von Professor Lawrence Rajendran vom Zentrum für Neurowissenschaften der UZH. Der
Neurowissenschaftler plädiert für die Offenlegung aller Forschungsdaten und
Review-Kommentare, um zu verhindern, 
dass schlecht abgestützte Hypothesen sowie unreproduzierbare Ergebnisse
publiziert werden.

Open Access betrifft allerdings
schon längst nicht mehr nur die  Naturwissenschaften
oder Life Sciences, wie sich an der Veranstaltung deutlich zeigt. Zwei der
einleitenden Plenumsvorträge betreffen die Sozial- und Geisteswissenschaften.
So wird sich Ingrid Kissling-Näf, Leiterin der
Abteilung Geistes- und Sozialwissenschaften des Schweizerischen Nationalfonds,
über die Förderungspolitik von Open-Access-Publikationen äussern. Und Peter
Farago, Direktor FORS, nationales Kompetenzzentrum für die
Sozialwissenschaften, spricht über Datenerhebungen und Datenschutz in den
Sozialwissenschaften.

Engagierte Diskussionen

Wilfried Lochbühler,
Direktor der Hauptbibliothek der UZH wird die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
zusammen mit Rektor Michael Hengartner und Christian Fuhrer am Montag zur zweitägigen Veranstaltung
begrüssen. Die Organisatoren der Hauptbibliothek erwarten interessante
Präsentationen und engagierte Diskussionen, denn Open Access betrifft die
Forschenden in ihrem Kerngebiet, dem Publikationswesen. Dass Open Access weiter
greift und die ganze Gesellschaft betrifft, zeigt die öffentliche
Podiumsdiskussion anlässlich der Scientifica (siehe Box). Dieser Anlass ist –
im Unterschied zum Fachsymposium – für alle Interessierten frei und kostenlos
zugänglich.

Podiumsdiskussion an der Scientifica

Unter dem Titel «Grünes Licht für
Forschungsergebnisse: Der gesellschaftliche Nutzen von Open Access»
, diskutiert
ein hochkarätiges Podium die Folgen frei verfügbarer wissenschaftlicher
Publikationen. Die öffentliche Diskussion findet am
Sonntag, 6. September, im Rahmen der Scientifica statt und ist für alle Interessierten frei
und gratis zugänglich. Auf dem Podium sind:

Christa Dürscheid (Deutsches Seminar,
UZH),

André Golliez (Opendata.ch),

Donat Agosti (Plazi),
Markus Zürcher (SAGW),

Stephan Neuhauss, (Institut für Molekulare Biologie, UZH),

Moderation:
Margo Bargheer (Bibliothek Göttingen).

Zeit: 15:30h,
Raum KOH B 10 (Foyer West, Kollegiengebäude UZH)

Stefan Stöcklin, Redaktor UZH News und UZH Journal

found for you by the Independence News Desk at
http://www.uzh.ch/news/articles/2015/die-uzh-im-bann-von-open-access.html


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