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Unterschiedliche Entwicklung der Verbreitungsrate von Kopf-Hals-Tumoren bei Frauen und Männern


Studie der Universitätsmedizin Mainz untersucht Verbreitung in Rheinland-Pfalz im Zehnjahresvergleich

24.09.2015

Krebserkrankungen der Kopf-Hals-Region rangieren weltweit unter den zehn häufigsten bösartigen Neubildungen. Inwieweit sich diese Krebsarten der Mundhöhle, des Rachenraums und des Kehlkopfes in den letzten Jahren in Rheinland-Pfalz verbreitet haben, war Gegenstand einer Studie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Eine Besonderheit der Studie liegt darin, dass die Forscher für jede einzelne Tumorart der Kopf-Hals-Region Forschungsergebnisse präsentieren können und diese nicht, wie sonst üblich, zusammengefasst haben. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Laryngo-Rhino-Otologie veröffentlicht.

Basis der Studie “Veränderung von Inzidenz und Mortalität von Kopf-Hals-Malignomen in Rheinland-Pfalz, 2000-2009” waren die Daten des Krebsregisters Rheinland-Pfalz für die Jahre 2000 bis 2009. Im Zeitraum von Januar 2000 bis Dezember 2009 wurden 8.055 neue Kopf-Hals-Malignome in Rheinland-Pfalz diagnostiziert und an das epidemiologische Krebsregister gemeldet.

Die Auswertung der Studiendaten ergab, dass Männer 3,5-mal häufiger als Frauen an Kopf-Hals-Malignomen erkrankt waren. Erfreulicherweise stellten die Wissenschaftler bei den Männern jedoch einen ganz leichten Rückgang fest. Im Jahr 2000 betrug die absolute Zahl der Neuerkrankungen bei den Männern 629 Fälle – im Jahr 2009 waren es 622. Bei den Frauen in Rheinland-Pfalz stieg die absolute Zahl aller Kopf-Hals-Malignome von 157 Neuerkrankungsfällen im Jahr 2000 auf 213 im Jahr 2009. Zum Zeitpunkt der Erstdiagnosestellung waren die Männer durchschnittlich 63 Jahre und die Frauen 64 Jahre alt.

Hinsichtlich des Kehlkopfkrebses zeigten die Daten weitere geschlechtsspezifische Unterschiede auf. Kaum Veränderungen gab es bei der Kehlkopfkrebsrate der Frauen, durchschnittlich minus 0,3 Prozent pro Jahr, bei den Männern nahm sie hingegen um jährlich 2,7 Prozent ab. Einen Grund für diesen gegenläufigen Trend bei Männern und Frauen vermuten die Wissenschaftler im unterschiedlichen Konsumverhalten von Tabak. Denn Kehlkopfkrebs taucht besonders häufig im Zusammenhang mit Rauchen auf, das seit den 1950er Jahren bei Frauen immer populärer geworden ist. Die Forscher gehen daher davon aus, dass die Zahl der tabakbedingten Krebserkrankungen in den nächsten Jahren bei den Frauen weiter steigen wird. Krebs entwickelt sich über viele Jahre bis Jahrzehnte.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der aktuellen Studie ist die deutliche Zunahme der Krebsraten des Mundrachens, dem sogenannten Oropharynx, in Rheinland-Pfalz. Bei Frauen beträgt der jährliche Zuwachs im Mittel 3,6 Prozent und bei Männern 1,9 Prozent. Als ein wesentlicher, neu identifizierter Risikofaktor wurde vor wenigen Jahren das Humane Papillom Virus (HPV) identifiziert, das bisher eher mit der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht wurde. Die Autoren der Studie kommen deshalb zu dem Schluss, dass es vorteilhaft sei, bei Kopf-Hals-Krebs routinemäßig zukünftig auch den HPV-Status der Betroffen zu bestimmen und diesen dann in den aktuell noch im Aufbau befindlichen klinisch-epidemiologischen Krebsregistern zu erfassen. Auf Basis dieser Informationen könnten unterschiedliche Verläufe von Krebshäufigkeiten noch besser den jeweiligen Ursachen zugeordnet werden. Die Mainzer Wissenschaftler deuten die Ergebnisse der Studie zudem dahingehend, dass es wichtig ist, epidemiologische Daten der verschiedenen Krebserkrankungen im Kopf-Hals-Bereich getrennt auszuwerten, um wichtige Verlaufsunterschiede besser erkennen zu können.

Im Jahr 2010 betrug der Anteil der Kopf-Hals-Malignome an allen Krebsneuerkrankungen in Deutschland bei den Männern fünf Prozent und bei den Frauen 1,8 Prozent. Damit bildeten sie bundesweit die vierthäufigste Krebserkrankung bei Männern, ohne nicht-melanotischen Hautkrebs, und die 15-häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Am häufigsten von Kopf-Hals-Tumoren betroffen sind Rachen (35 Prozent), Mundhöhle (24 Prozent) und Kehlkopf (24 Prozent). Die zentralen Risikofaktoren für diese Tumorarten sind Rauchen und Alkohol. Zudem steigt die Häufigkeit von Kopf-Hals-Tumoren mit der Verbreitung bestimmter Sub-Typen des Humanen Papilloma Virus (HPV). Für den Therapieerfolg ist eine frühzeitige Diagnose wichtig.

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http://www.uni-mainz.de/presse/72610.php


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